Schreibcamp bei Demetria

Demetria Cornfield Schreibcamp 016Lange Zeit dachte ich, man braucht eine einsame Insel, zwei Jahre Auszeit und sechs Meter Schreibtisch, um als Schriftstellerin produktiv zu sein.

Nun weiß ich: Es geht auch in einem quirligen Haushalt, mit einem fordernden Teilzeitjob und einem Schreibtisch in der Schlafzimmerecke.

Nicht bei mir, aber bei manchen 😉

Ich bin zu Besuch bei meiner Freundin Demetria Cornfield, deren Output mich immer wieder begeistert. An Halloween 2014 erschien ihr erster Roman, „Der Wächter des Sternensees“, zu Beltane (Mai) 2015 ihre Kurzgeschichtensammlung „Ganom“. Zurzeit arbeitet sie am nächsten Roman, „Die Könige von Edom“, der – wenn sie weiterhin so fleißig ist – vielleicht an Weihnachten zu lesen ist. Ich bin gespannt und freue mich, auf der Heimreise im Zug die ersten Kapitel zu lektorieren. Die Einstiegssätze darf ich schon heute veröffentlichen:

Wie Edelsteine leuchteten die Sphären des Allmächtigen und der blaue Engel saugte mit allen Sinnen ihre Schönheit ein. Zehn Welten, in perfekter Harmonie angeordnet, gekrönt vom absoluten Sein des Einen, dessen Strahlen jede einzelne Welt über zweiundzwanzig Pfade mit allen anderen verbanden. Ein leichter Flügelschlag brachte ihn der Sphäre näher, die direkt unter der des unendlichen Lichtes angeordnet war und die erste der drei Welten der Mittelachse darstellte. Von dort aus blickte er auf die gelbe Sonne der neuen Schöpfung, die sich in einer Linie mit der astralen Welt befand.
»Menschen«, flüsterte hinter ihm eine Stimme und er wandte den Kopf.

Wie ihr seht, taucht man bei Demetria vollkommen in andere Welten ein. Sie hat sich jahrelang mit den Schwarzen Künsten, mit Religion und Fantasy beschäftigt. Ihre Bücher sind nicht nur spannend, lustig und anschaulich geschrieben, sondern haben dadurch eine Tiefe, die mich sehr beeindruckt hat. Ihre Wohnung – in der sie auch schreibt, malt und meditiert – bietet überall Stoff für Gespräche:

Gemeinsam haben wir Ideen für eine neue Geschichtensammlung entwickelt und die kommenden Untaten ihrer Protagonisten genüsslich ausgebreitet. Da geht es ihr wie mir – die Figuren machen eh, was sie wollen, die Schreiberin muss nur gut hinhören und schnell genug mitschreiben … Wir haben nebeneinander in die Tasten gehauen und zwischendrin gelungene Textbeispiele angehört. Und wenn alles gutgeht, kommt sie mich im Winter wieder auf Møn besuchen … ein großer Schreibtisch, Ruhe und Abgeschiedenheit locken 🙂

Ein Gedanke zu “Schreibcamp bei Demetria

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