Vier Ratgeber für Romanautoren

In den letzten Jahren haben sich in meinem Bücherregal eine ganze Reihe Schreibratgeber angesammelt. Manche sind ein wenig eingestaubt, andere ziehe ich dagegen immer wieder zu Rate oder nutze sie, um mich in finsteren Stunden vom Sinn des Autorendaseins zu überzeugen. Hier meine Favoriten für Romanautoren:

Louise Doughty:
Ein Roman in einem Jahr. Eine Anleitung in 52 Kapiteln
Eine wunderbare Hilfe, um sich dem Traum vom eigenen Buch anzunähern. Vielfältige Übungen regen an, sich eine Sammlung von Ideen zuzulegen und sie fast unmerklich zu einer Romanhandlung zu verdichten. Ich habe das Buch zweimal begeistert durchgelesen, vom Schreiben geträumt und mit Freundinnen übers Schreiben diskutiert. Erst beim dritten Mal habe ich die Übungen endlich gemacht – und das hat es wirklich gebracht: Viele davon sind zu Keimzellen meines eigenen Romans geworden.

„Schreiben Sie ein oder zwei Absätze aus der Sicht Ihrer Hauptfigur über ein Ereignis, bei dem sie sich den Daumen bricht. Nein, das müssen Sie nicht unbedingt in Ihren fertigen Roman einarbeiten – obwohl ich den Gedanken reizvoll finde, dass im zweiundzwanzigsten Jahrhundert Dissertationen über die seltsame Anhäufung gebrochener Daumen in der Literatur zu Anfang des neuen Jahrtausends diskutieren könnten. (…) Sie werden Dinge über [Ihre Hauptfigur] erfahren, die Sie bisher nicht gewusst haben …“

  • Louise Doughty, Ein Roman in einem Jahr. Eine Anleitung in 52 Kapiteln

Hans Peter Roentgen:
Vier Seiten für ein Halleluja. Ein Schreibratgeber der etwas anderen Art

Unterhaltsam und umbarmherzig: Roentgen durchleuchtet Texte auf ihre Schwachpunkte. Grausliche Texte, aber auch gute Texte: Sie alle können besser werden. Jedes Kapitel beginnt mit ein paar Seiten eines anderen Schreibanfängers, danach wird erklärt, welche Schwächen sich durch diesen Text ziehen und was man erreicht, wenn man sie gezielt ausbügelt.

„Streichen Sie alle Dialoge der Dackelgeschichte auf das Notwendigste zusammen. Prüfen Sie dann, welche Konflikte jetzt deutlicher werden. (…) Nehmen Sie sich dann einen Dialog aus einem Ihrer eigenen Texte vor. Überprüfen Sie diesen nach dem gleichen Muster. Überarbeiten Sie ihn. Legen Sie beide Versionen nebeneinander. Welcher ist besser?“

  • Hans Peter Roentgen, Vier Seiten für ein Halleluja. Ein Schreibratgeber der etwas anderen Art

Elizabeth George:
Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben

Der Ratgeber für alle, die endlich in die Tiefe gehen wollen. Über 300 eng beschriebene Seiten geben erschöpfend Auskunft, von der Ideenfindung über die Recherche (sehr viel Recherche!) bis zur Ausarbeitung (sehr viel Arbeit!). Am Anfang erschlug mich die Fülle an Arbeitsschritten und Textauszügen, inzwischen habe ich aber immer wieder auf diesen Ratgeber zurückgegriffen, um mir zu konkreten Fragen fundierte Tipps zu holen. Sehr interessant finde ich auch die Schilderungen aus dem Arbeitsalltag der Bestsellerautorin, gerade weil auch sie noch bei jedem Buch mit Selbstzweifeln kämpft.

„Ich nähere mich dem Ende der Neufassung und bekomme langsam Angst. Der Juli scheint so nah. Ich habe … das Gefühl, als bekäme ich die Geschichte nicht richtig in den Griff … Ich werde daran denken, dass ich immer Angst gehabt habe und mich durch diese Angst hindurch und an ihr vorbei gearbeitet und den Mut nicht verloren habe.“

  • Elizabeth George: Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben

Stephan Waldscheidt:
Schreibcamp – Die 28-Tage-Fitness für Ihren Roman

Jetzt wird es wieder kurz und knackig – genau so, wie es die müde Autorin braucht, wenn sie auf dem Schlauch steht und den Überblick verloren hat, woran ihr Buchprojekt kränkelt. In 28 pointierten Kapiteln gibt Stephan Waldscheidt Tipps, nach welchen Kriterien man seine Geschichte durchleuchten sollte, um sie noch spannender, anschaulicher und runder zu machen. Mehr Konflikt, mehr Gefühle, mehr Spannung lassen sich mit seinen plastischen Anregungen nachträglich ins Buch zaubern oder auch von vornherein einbauen.

„Sie lieben die Charaktere Ihres Romans? Ach, Liebe wird unterschätzt.
Sie sind auch nicht der Anwalt Ihrer Charaktere. Sie sind Ihr Strafgericht.“

  • Stephan Waldscheidt: Schreibcamp – Die 28-Tage-Fitness für Ihren Roman

Neben diesen meinen Lieblingsbüchern nutze ich auch einige Webseiten und Newsletter für Autoren immer wieder – dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Welche Schreibratgeber würdet ihr empfehlen?

Update: In einem späteren Beitrag habe ich zunächst die aus meiner Sicht besten Blogs für Buchautoren vorgestellt.

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